On the road

Tapfer hat sie sich geschlagen, unsere Rosinante. Von wegen platte Reifen! Die rollen und rollen. Einmal Verden-Rüdesheim-Moers-Bochum-Verden. Das sind über 1.000 Kilometer, bergauf-bergab. Die Kasseler Berge sind schon eine Herausforderung, auch für die Steuerfrau. Prompt gibts Mecker vom Beifahrersitz: „das war jetzt völlig blöd, runter zu schalten. Du musst den Blinker früher setzen und rausziehen“. Joh, wenn ich Nagel heissen würde und wenn ich das Gefühl hätte, da kommt noch was wenn ich aufs Gaspedal trete. So aber mag ich niemand vor die Schnauze ziehen und fahre etwas defensiver. Ich find das in Ordnung, Beifahrerlein eher nicht. Nach der 2. Ansage von meiner besseren Hälfte kommt die Retourkutsche: „ich fahre wie ich es für richtig halte und wenn es Dir nicht passt, fahre ich gerne rechts ran und Du kannst zu Fuss weiter“. Das wirkt. Vielleicht ist mein Fahrstil jetzt aber auch etwas entspannter und – ich gestehe es ja – ich blinke auch etwas früher, versuche noch vorausschauender zu fahren.

Eine Nacht verbringen wir auf einer Raststätte. Kaum eingeparkt (herje, ist das voll hier!) quetscht sich ein dauergekühlter Containterfrachter neben uns. Na, das kann ja heiter werden! Irgendwie schlafen wir aber doch ein, vielleicht brauchen wir ja auch solche Einschlafmusik. Am Morgen staune ich: wann sind die denn alle weg gefahren, hab ich nicht mitbekommen!

Es folgen ein paar Tage in Rüdesheim, meiner Heimat. Die Strassen des Rheingau-Örtchens schaffen, was knapp 500 Kilometer Strecke vorher nicht geschafft haben: es scheppert und rumpelt in allen Ecken, im Bad läuft das Toilettenspülwasser aus und aus dem Alkoven kracht ein nachlässig verstautes Teil auf den Mülleimer. Der ist jetzt hinüber und wir um eine Erfahrung reicher.

Die Strecke Moers-Bochum-Verden geht dann über diverse Autobahnen im Ruhrgebiet und zu guterletzt über die A1. Alles entspannt, relativ wenig LKW unterwegs, keine Rennfahrer, die rasend schnell von hinten aufkommen und unsere beherzten Überholmanöver als extrem störend empfinden. Rosinante brummt zufrieden vor sich hin und meistert auch die Steigungen irgendwie lässiger. Tut ihr wohl ganz gut, die etwas längere Distanz.

Auf Höhe Abzweig A 30 komme ich ins Sinnieren, die linke Hand zuckt zum Blinker – Amsterdam, die Niederlande, wäre jetzt nur ein Katzensprung….. NEIN, wir haben ja noch Termine und To-do-Punkte in Verden bzw Langwedel. Aber ganz bald gehen wir wieder on tour, versprochen Rosinante!

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